ETFs: Von Swaps und Clustern
Tipp von Redaktion
Börsengehandelte Investmentfonds (ETFs=Exchange Traded Funds) nehmen in der deutschen Investmentlandschaft einen immer höheren Stellenwert ein. Handelbar wie eine Aktie und verbunden mit nur sehr geringen Verwaltungskosten eignen sich die seit einigen Jahren flächendeckend erhältlichen Instrumente zu kurzfristigen Spekulationszwecken genauso wie zum langfristigen Vermögensaufbau über einen Sparplan. Gegenüber Anlagezertifikaten, die als Inhaberschuldverschreibungen mit einem latenten Emittentenrisiko verbunden sind, bietet die Konstruktion als Sondervermögen einen zusätzlichen Vorteil. Frei von Risiken indes sind auch ETFs nicht. Im Kleingedruckten der Emissionsbedingungen finden sich häufig Hinweise auf Geschäftspraktiken der Fonds, die – unabhängig von der Marktentwicklung – zu einem Vermögensschaden führen können.
Viele ETFs replizieren ihre Basis unter Verwendung synthetischer Produkte. Um zu geringen Kosten stets einen bestimmten Asset-Korb nachvollziehen zu können, werden deshalb häufig Swap- und Termingeschäfte mit anderen Marktteilnehmern, wie Banken und Versicherungen, geschlossen. Kann der Geschäftspartner seinen Verpflichtungen aufgrund von Zahlungsunfähigkeit nicht nachkommen, droht dem Fonds ein Verlust. Dieser Sachverhalt wird auch als Kontrahentenrisiko bezeichnet. Der Emissionsprospekt sollte Aufschluss darüber geben, wie groß der Anteil des auf derartige Geschäfte entfallenden Fondsvermögens ist.
Einige Fonds behalten sich vor, einen Index in großen Teilen nur über dessen größte Mitglieder abzubilden. Dabei können bis zu 40 Prozent des Portfolios in eine einzige Aktie investiert werden, wodurch ein signifikantes unsystematisches Risiko entsteht. Anleger sollten die produktspezifischen Risiken bei ihren Entscheidungen in jedem Fall berücksichtigen. In der Regel drohen allerdings selbst im schlimmsten Fall nur Verluste von rund 10 Prozent des Fondsvermögens. Dennoch empfiehlt es sich, den Verkaufsprospekt sorgfältig durchzulesen. Im Zweifel sollte der Bankberater oder ein Fondsspezialist konsultiert werden.
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