Bonuszertifikate: Die bessere Aktie?
Tipp von Redaktion
Strukturierte Produkte sind aus der Investmentlandschaft des 21. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken und finden bei Privatanlegern wachsendes Interesse. Die Möglichkeit, auch komplexe Handelsansätze durch den Erwerb eines einzigen Produktes umzusetzen und so das Chance-Risiko-Profil eines Investments an den persönlichen Investortypus anzupassen, reizt spekulative Trader ebenso wie konservativ agierende Investoren.
Bonuszertifikate gehören dabei zu den populärsten Strukturen in Deutschland. Das Prinzip in der Basisvariante ist dabei zugleich transparent und vielversprechend: Die Rückzahlung der Einlagen erfolgt in voller Höhe und zuzüglich eines attraktiven Bonus, wenn der zugrundeliegenden Basiswert (häufig der Deutsche Aktienindex oder der EuroStoxx 50) zu keinem Zeitpunkt zwischen Emission und Fälligkeit unter eine exakt definierte Kursmarke zurückfällt. Die Bonuszahlung gewährleistet dabei in der Regel eine deutlich höhere Verzinsung als sichere Garantieprodukte und beläuft sich bezogen auf die jährliche Rendite nicht selten auf Werte im zweistelligen Prozentbereich. Im Gegenzug müssen Inhaber von Bonusprodukten allerdings auch ein erhöhtes Risiko in Kauf nehmen: Wird die Bonusbarriere zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit durchbrochen, erlischt das Recht auf die Bonuszahlung unwiderruflich – unabhängig von der weiteren Kursentwicklung des Underlyings. Die Bonus- reduziert sich bei Eintritt eines derartigen Ereignisses zu einer Indexstruktur.
Ein Blick hinter die Kulissen von Bonuszertifikaten hilft, ihre Funktionsweise besser zu verstehen und ihren Nutzen einzuschätzen. Trotz der von Bankern gerne genutzten Floskel, nach der Bonuszertifikate die „bessere Aktie“ sind, bekommen Anleger keinesfalls etwas geschenkt: Die Chance auf die Bonuszahlung wird vom Emittenten durch den Erwerb einer digitalen Option realisiert, die dann am Ende der Laufzeit einen bestimmten Betrag (den Bonus) ausschüttet, wenn der Markt die Bonusbarriere niemals unterschreitet – andernfalls verfällt das Derivat wertlos. Die Option wird vom Emittenten mit den Dividenden bezahlt, die der Basiswert während der Laufzeit des Zertifikats ausschüttet und die dem Anleger deshalb nicht zufließen.
Ob sich die auf diese Weise eingegangene Wette tatsächlich lohnt, hängt von der Marktentwicklung ab. Eine pauschale Empfehlung für oder gegen Bonuszertifikate kann deshalb nicht ausgesprochen werden.
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