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ETFs: Kontrahentenrisiko beachten


Tipp von Redaktion

Börsengehandelte Indexfonds erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit unter deutschen Anlegern. Die Vorzüge der hierzulande relativ neuen Investmentprodukte sind denn auch außerordentlich überzeugend: Geringe Kosten, fortlaufende Notierung und ein Höchstmaß an Transparenz sprechen für den Erwerb passiv verwalteter Fonds. Gegenüber Indexzertifikaten bieten ETFs zudem einen entscheidenden Vorteil: Als Sondervermögen sind sie nicht dem Emittentenrisiko ausgesetzt und geraten demnach nicht in eine Schieflage, wenn die emittierende Bank Insolvenz anmelden muss.
In den Tiefen der obligatorischen Emissionsprospekte finden sich allerdings versteckte Risiken auch bei Indexfonds. Um einen zugrundeliegenden Markt nachzubilden (im Jargon auch als „Tracking“ bezeichnet) bedienen sich einige Fonds komplexer Finanzinstrumente und bilden einen Teil ihres Vermögens mit Swap-Geschäften mit Banken oder Versicherungen ab. Diese Geschäfte allerdings unterliegen dem so genannten Kontrahentenrisiko: Kann der Geschäftspartner seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen, droht ein Verlust.
Die meisten ETFs beschränken in ihren Bestimmungen das Volumen der mit einem derartigen Risiko verbundenen Geschäfte auf zehn Prozent des Portfolios, so dass das Kontrahenten- weniger latent ist als das Emittentenrisiko. Anleger allerdings, deren Fokus vornehmlich auf Sicherheit ausgerichtet ist, sollten sich des zusätzlichen und auf den ersten Blick unsichtbaren Risikos bewusst sein. Kontrahentenrisiken lauern dabei in ETFs mit dem Schwerpunkt auf allen Anlageklassen: Aktienfonds sind ebenso betroffen wie Renten-, Geldmarkt- oder Rohstofffonds.
Ein Blick in die Details der Emissionsprospekte ist folglich für alle Investoren, die ihr Kapital keinem zusätzlichen Risiko aussetzen möchten, unerlässlich. Die Fondsprospekte können in der Regel bei der jeweiligen Fondsgesellschaft bezogen werden und sind auch im Internet erhältlich.
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