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Kontrahentenrisiko: Sind selbst ETFs nicht sicher?


Tipp von Redaktion

Die weltweite Finanzkrise zieht seit Monaten ihre Kreise und verunsichert immer mehr Anleger. Insbesondere das geschwundene Vertrauen in die Banken führt dazu, dass viele einen genaueren Blick auf ihre Kapitalanlagen werfen. Was augenscheinlich sicher schien, erweist sich in diese Tagen als tickende Zeitbombe: Zertifikate beispielsweise sind mit einem Totalverlustrisiko verbunden, wenn der Emittent zahlungsunfähig wird. In diesem Zusammenhang wurde stets der Vorteil von Fondsinvestments angepriesen: Fonds sind rechtlich als Sondervermögen konstituiert und damit unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der verwaltenden Bank. Insbesondere Indexfonds wurden deshalb als die bessere Wahl im Verglich zu Zertifikaten angepriesen.
In den vergangenen Wochen rückte in diesem Zusammenhang ein brisantes Detail in den Blickpunkt der Öffentlichkeit: ETFs, die einen Index nachbilden, bedienen sich dazu mitunter außerbörslicher Geschäfte mit anderen Finanzintermediären, wie Banken oder Versicherungen. SWAP-Geschäfte sowie Terminkontrakte können dabei gleichermaßen zur Anwendung kommen. Die Fondsgesellschaften begründen die Geschäfte mit einer kostengünstigeren Abbildung des jeweiligen Indexes. Im Ernstfall kann dies den Anleger allerdings teuer zu stehen kommen: Die Fondsgesellschaften weisen explizit auf das so genannte Kontrahentenrisiko hin, das sich als das Adressausfallrisiko eines außerbörslichen Geschäftes versteht. ETFs stellen demnach nicht, wie es die Werbung häufig impliziert, Aktien-oder Rentenkörbe dar, sondern bestehen zumindest in Teilen auch aus riskanteren Positionen.
Wer wissen möchte, in welchem Umfang ein ETF in Swaps und OTC-Geschäfte investiert, kommt um einen Blick ins Kleingedruckte des Fondsprospekts nicht umhin. Im Zweifelsfall lohnt sich dieser Aufwand allerdings gewiss.
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